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Freundschaft ist eine Zierpflanze…

Verfasst von: annietime Am: Juli 27, 2010

…und keine Nutzpflanze!

Je öfter man auf den Nutzen von Freunden baut, desto öfter werden sich diese Menschen fragen, warum wir sie „Freund“ nennen. Freundschaft braucht Pflege. Fürsorge. Verständnis. Vor allem ganz viele zauberhafte Momente. Freundschaft ist nicht dafür da, die schlechten Seiten des Lebens auszugleichen, zu tragen. Ein wahrer Freund wird dir in der Not zur Seite stehen. Natürlich kannst du dich darauf verlassen. Nur solltest du das nicht ausnutzen und dich nur in Momenten der Not an deine Freunde wenden.

Mir begegnen Tag für Tag viel zu viele Menschen mit einem riesigen „Freundeskreis“. Und einer entsprechenden Aufteilung: Freunde zum Feiern, Freunde für andere Unternehmungen, Freunde für die Not. Warum soll ein Freund für die Not immer da sein, wenn er für nichts anderes gebraucht wird. Wenn er selbst aus dieser Freundschaft keinen „Nutzen“ ziehen kann? Mit einem wahren Freund möchte ich alles teilen. Vor allen Dingen das Glück, das ich in meinem Leben erleben darf. Mit einem wahren Freund werden solche Momente doppelt und dreifach so schön. Einfach weil er da ist. Weil er uns nah ist.

Zwischen Bekannten und Freunden sollte man – zumindest im Herzen – einen Unterschied machen. Man sollte sich bewusst sein, wer einem wichtig ist und was man für den wichtigen Menschen tun kann. Unsere Freunde wollen wir schließlich glücklich sehen. Freunde sind die Menschen, denen wir zu 100% unser Vertrauen schenken können. Freundschaft übersteht verschiedene Meinungen und auch Streit. Freundschaft hilft uns in der Not.

Aber was tun wir für diese Freundschaft? Das Gefühl als Freund ausgenutzt zu werden ist ein ganz bescheidenes. Übel. Vielleicht kann eine wahre Freundschaft so etwas lange verkraften. Irgendwann dann aber doch schleicht sich der Gedanke ein, wofür man Freund ist. Ob der andere wirklich ebenso wahrer Freund ist, wie man selbst. Oder ob man dort nur einen Egoisten findet, der allein für sich das Beste aus seinem Leben ziehen will, ohne es zu teilen. Der von jedem nur das Beste nimmt, ohne einen Gedanken an das Geben zu verschwenden. Und dann? Redet man? Oder geht man. Langsam. Still. Heimlich. Vielleicht fällt es ja gar nicht auf. Das wäre dann besonders bitter. Bitter zu wissen, das man einem Menschen, dem man selbst ein wahrer Freund sein wollte, nicht wirklich etwas bedeutet hat. Gedankenlos und selbstverständlich nehmen wir oft Freundschaft hin.

Uns sollte wieder bewusst werden, wie besonders, kostbar und sogar lebensnotwendig Freundschaft ist. Ständige Oberflächlichkeit kann Spaß machen, aber was würden wir ohne die Menschen tun, denen wir wirklich wichtig sind und die sich um uns sorgen. Nichts ist selbstverständlich im Leben – und am allerwenigsten die Freunde, die uns in unserem Leben begleiten; in jedem Moment.

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